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17.06.10

UGE: PRATER UNSER - Dancefloors, Heilige und Hedonismus.

(Das PRATER UNSER Festival findet vom 8.7. - 11.7. in fluc, pratersauna und planetarium statt. Aber auch diesesmal war die Sauna heiß.)

Es ist halb Fünf.
Die Sonne steht bereits kurz vor dem Aufgehen, und der Himmel leuchtet herunter. Die Terasse wurde eben erst geschlossen. Das Lokal ist zum Bersten gefüllt.

"I sold my soul to the company store
A hot coloured woman made me off the line
Step aside"

Here come the Holy, the converters of the unbelievers.
Tatsächlich war ich diesen Abend vollkommen als Gesandter einer höheren Instanz tätig.

(Ich schreibe diese Zeilen gerade als sich ungefähr fünf Zentimeter vor meiner Nase die wohl schönsten Ärsche im Blues wiegen. Ich hoffe meine Leserschaft weis meinen Einsatz zu würdigen. Denn Schreiben muss alles transzendieren!)

Und obwohl ich an diesem Abend wohl fast 80% der Anwesenden aus eigener Hand mit Hostien versorgt hatte (wahlweise in den Mund oder in die Hand, je nach Ritus) war ich nach dem Ablegen meiner Kutte und dem Kreuz für die Anwesenden wie ein Fremder.

Ja, ohne die Symbole meines Amtes erkannten mich die Schäfchen nicht als Ihren Priester, der Priester des Universellen Praterismus, PRATER UNSER, wir geloben alle dortzusein.

Begleitet von der wunderschönen und äusserst heiligen Schwester Anna, die tatsächlich eine bezaubernde Nonne abgab, verteilte ich das Allerheiligste: Wahrer Flyer und Wahre Hostie des Praterismus. Mit den Worten In Nomine Prater Unser et Filii et Spiritu Sancti gab ich die bedruckten Oblatten aus, und die Reaktionen waren durchwegs grandios. Von "Beste Idee ever!" bis "Find ich Scheisse" war alles dabei. Das letztere war wohl eher ein Grafik-Snob, der sich über das Logo äusserste.

Backstage in der Pratersauna ist übrigends so ziemlich eine der gemütlichsten Locations Wiens. Wir waren zwar nur zum umziehen und Oblattenflyer aufmagazinieren dort, aber auch der kurze Eindruck genügte: Die Saunachefs haben Geschmack.

Es begüßt einem nach einer Stiege und dem zukünftigen Main Floor (Derzeit Concert Stage) eine Halle mit Ping-Pong Tisch, Busk-Graffitis und Artwork an den Wänden, ein abgespaceter Sci-Fi Sessel wie direkt aus Star Trek. Und dann das Büro.

Ich gehe hier jetzt nicht ins Detail aus Gründen der Diskretion, aber es ist durchaus sehr gemütlich dort. Social Networker und Graphic Artists, Modedesigner, Tänzer, lebendige Skulpturen - alles tummelte sich in der Sauna. Von den Outfits war alles dabei - von knappem Schwarzen über gewagte Gesichtsschleier, Lila Irokesen an Glitzerjacke und hautengem Codpiece?

Bei Zehn Euro Eintritt waren die Cocktails auch oft anzutreffen. Treffenderweise war der letzte Song von "A Clockwork Orange" (or was it Barry Lyndon, or even Zardoz? Yes, definately Zardoz.) - Ein junger Adonis, eindeutig professioneller Tänzer, in einem hautengen Etwas tanzte ergriffen mit einer jungen Dame. Leider schlossen die Securities um Fünf den second Floor - Am Main gings immer noch ab.

Summa Summarum: PRATER UNSER, wir loben dich.
Geheiligt sind die Dancefloors, denn sie werden gerockt werden!

Prater Unser, rAmen, Hare Krishna, Insjalla, shalom - Prater David

P.S.: Beste Frage des Abends:
"Magst du kleine Kinder?"
Antwort: "Nicht so wie manche der katholischen Kollegen es betreiben."
- Richtige Antwort!

27.05.10

Urban Gold Exile: English. Sauna, Fauna and Powa.

Deutsch, hier klicken.

Like any blogger that has any reference to Hunter S. Thompson, I managed to pull it off as well: I shocked and disgruntled my fellow human beings, and thereby, in the manner of Fear and Loathing, validated my existence. Short version: I drink, dance and flirt, therefore I am. Also: I write.

This time I arrived a bit earlier at the Pratersauna than usual - the problematic queue in front of the door was thankfully spared this time. As expected, the beginning was rather laid back - the Wing Tsun Specialist Jakob described the advantages of the Sauna accurately: Each floor has a different mood. And so it was. Achitecturally as well as in the lighting installations, the environment says 60ies - from the cubist lamps on the wall to the green and red lasershow, from the coloured water to the couloured glass bricks.

Hidden in the still functioning sauna on the premises was the personal birthday party of co-organiser Misha. Heat, sweat, and the focal point of the party is established. And then things begin to catch on fire.

It's important, in order to avoid heatstroke, to periodically leave the sauna to cool down - be it with beer, the pool or a deckchair (preferably in companionship, as a wonderful lady in red and black demonstrated remarkably, using the original USP of a short skirt), cool down and relax, that was the contrasegna. Rest, breathe, kenny watch the stars, and then the bass calls you back to the floors with a vengeance.

Behind the old, magnificent trees of the prater, the old mafia-pool lies tucked away like an island in the jungle. Where once Proksch and Sinowatz said "Freundschaft!" to one another, the young students jump around to the beat with jolly well nearly nothing on. 

My beloved Gin Tonic turns out to be a budgetbuster - 9,50, sorry, I´m going to keep my change. I can pay that much at the Hotel Imperial, no problem there. With these prices, even the good Queen Mum (rest her soul) would stay sober (probably because she can hold her drink, too).

The pool attracts bare-bosomed teknovikings that dive into the freezing and shallow water with death-defying multiple backward salti. Nearly naked nymphs in bikinis giggle past, throwing their scantily clad booties on the floor.

And the main floor is really worth it: The Pratersauna stays just to it's fame, the place is busting as Justice's "Dance" hits the speakers, followed by Fat Boy Slim's classic "Praise You" - wonderful openers, garnished with good old gnarly "Crazy". But then, my personal moodkiller (just my two cents): "I push my seed and I push for life". What the hell? Is this some kind of cryptocatholic bullshit? I wrote about that recently, anyway. 

The second floor is still quite depopulated at half past one, playing passable straight house. The main continues the "Jolly Good Life", and at Misha's private party, the best asses of all Vienna begin to undress shamelessly, in order to get a good sweating at the sauna. Sweat really is dropping from the walls.

Push me, Pull me, until I get my Satisfaction - housy, but faster, more lyrical - followed by "Fettes Brot's Schwule Mädchen" (what else?). Half past three, and the second floor follows with dope beats.

The private room was played by Itsun, student of history for 7 years and a faible for tekkhouse meets minimal-progressive. Very smashing indeed, you'll sweat much easier. Excepting a few couples making out (or, at least, doing something between kissing and oral sex), the party was gone at 4, and at 4:20 the garden was closed, because of the cops or something. Either that, or they guessed that the people would simply stay there and party on otherwise.

Summarising I'd like to say: Long live the Sauna! Sauna, Fauna and Powa! and of course: Don't forget to cool down.


p.s.: Last song on the main floor: Dr. Greenthumb by Cypress Hill. Why not, even Brad Pitt wants to legalize Ganja if he ever gets elected President of the USA.

Urban Gold Exile: Saunieren, studieren und schwadronieren.

For an English version with links and a picture, click here.

Wie es bei einem Blog nun mal so ist, bei dem man sich auch nur in Ansätzen auf Hunter S. Thompson bezieht, so ist es auch mir gelungen: Ich habe durch exzessives feierverhalten meine Mitmenschen verstört und so in bester Fear and Loathing - Manier meine Existenz validiert. Short Version: I drink, dance and flirt, therefore I am. Also: I write.

Diesmal etwas früher an der Pratersauna als sonst - die berüchtigte Schlange vor dem Gebäude blieb mir diesmal erspart. Wie zu erwarten war der Beginn eher lau - der Wing-Tchung-Spezialist Jakob beschreibt die Vorzüge des Ambientes gerne so - Jeder Floor eine andere Stimmung.  Und so stellt es sich auch heraus. Sowohl die Architektur wie die Leuchtelemente (Kubistische Lampenapplikationen und Lasershows exzellent ausgeparralaxt, beleuchtetes Wasser und Farbglasziegel) erinnern an die 60er.

Hinten in der tatsächlich noch funktionellen Sauna findet sich die Party von Mitorganisator Mischa - Geburtstag und so. Die Hitze steigt, der Schweiß trieft, und bald ist der Brennpunkt der Party etabliert. Und dann fängt alles nur mehr Feuer.

Bevor die Gäste allesamt einen Hitzekollaps erleiden muss man beim saunieren immer auf die Abkühlung achten - ob mit Bier, Pool oder Liegestuhl (vorzugsweise zu zweit, wie eine nette Dame in schwarz-rot, bei der der eigentliche Sinn eines Rocks wieder klar zu verstehen war), immer wieder runterkommen, so lautete die Devise. Verweilen, Verschnaufen, Sterne betrachten, und dann ruft der Bass ermbarmungslos zurück.

Versteckt zwischen den alten, mächtigen Bäumen des Praters liegt das alte Mafiosi-Bad wie eine Insel im Dschungel versteckt. Wo sich einst Proksch und Sinowatz "Freundschaft" sagten, hüpfen jetzt grandios leicht bekleidete Studentinnen im Takt durch die Nacht.

Mein geliebter Gin Tonic erweist sich als Budgetsprenger - 9,50, Pardon, da heb ich mir das Trinkgeld auf. Sowas kann man im Hotel Imperial auch bezahlen, ohne Probleme. Bei den Preisen würde selbst die gute Queen Mum nüchtern bleiben (wohl auch, weil sie einige bräuchte).

Das Pool lockt barbrüstige TeknoVikings an, die sich todesmutig mit multiplen Rückwärtssalti in das kalte und allzu flache Nass stürzen.  Noch nicht ganz nackte Nixen im Bikini kichern vorbei, um sich auf den Dancefloor zu schmeissen.

Und am Main gehts ordentlich ab: Die Pratersauna wird ihrem Ruf gerecht - Justice "Dance" gefolgt von Fat Boy Slim's "Praise You", wunderbare Opener garniert mit "Crazy". Doch dann mein persöhnlicher Stimmungskiller "push seed mary bla bla rocknroll" Bullshit. Kryptokatholisches hatten wir ja schon.

2. Floor um halb 2 noch entvölkert bei passablem Straight House. Am Main geht das "Jolly Good Life" weiter während sich bei der Privatparty die schönsten Ärsche Wiens schamlos entblättern um mal ordentlich in der Sauna zu schwitzen. Der Schweiss tropft tatsächlich von de Wänd.

Push me, Pull me, until I get my Satisfaction - housig, doch schneller, lyrischer - daraufhin Schwule Mädchen (was will Mann mehr?) Um halb 3 gabs dann schließlich auch am 2. Floor Kabinenparty vom feinsten.

Im Private-Room legte Itsun auf, 7 Jahre Geschichtsstudent mit einem Faible für Tekhouse meets Minimal Progressive. Saugeil, da schwitzt man gleich viel lieber. Bis auf ein paar knutschende (bzw. alles zwischen Zungenkuss und Oralverkehr ausübende) Pärchen geht dann um 4 nicht mehr viel ab, und auch der Garten wird schließlich um 04:32 zugesperrt wegen den Kiwara. Entweder das, oder sie wissen dass sie die Leute nicht mehr wegbringen würden wenn die ersten zum Frühstück kommen.

Fazit: Es lebe die Saua! Saunieren und Studieren! und of course: Die Abkühlung nicht vergessen.

P.S.: Last Song on Main: Cypress Hill, Dr. Greenthumb. Warum nicht, sogar Brad Pitt will als Präsident der USA dann Ganja legalisieren.